Mein lieber Valentin

Alle Jahre wieder geht es angeblich um die Liebe

In ein paar Tagen ist Valentinstag. Der Tag der Liebenden. Eigentlich ein schöner Tag, den man am besten ganz bewusst mit seiner Liebsten oder seinem Liebsten verbringen will. Doch irgendwie mag die Romantik bei dem ganzen Konsum rund um Blumen, Schokolade und Schmuck nicht aufkommen.

Es ist Anfang Februar, ich schlendere wie gewohnt durch die Gänge im REWE-Markt, auf der Suche nach den letzten verbleibenden Lebensmitteln, die mir noch auf meiner Einkaufsliste fehlen. Was mir sofort ins Auge fällt, sind die großen Paletten und Regale voll mit Schokolade und Blumen. „Schenken Sie Ihrer Liebsten etwas besonderes zu Valentinstag!“ prangt in riesigen Schriftzügen über dem extra ausgewiesenen Platz. Eine Chance das zu übersehen, hat man nur, wenn man schon mit geschlossenen Augen den Markt betritt. Hätte ich mal versuchen sollen.

Jetzt mag sich der eine oder andere vielleicht fragen, was ich denn bitte gegen einen solchen Tag hab? Es ist doch ganz schön anderen etwas zu schenken, auch gerade an einem solchen Tag. Nein, es ist nicht der Tag selbst der mich irgendwie jede Romantik vermissen lässt, sondern die Aufforderung zum Konsum aus praktisch jeder Richtung. Nicht nur bei REWE, sondern überall, bei Amazon, meinem Bücherladen oder dem Juwelier, gibt es aktuell die vielen super tollen Sonderangebote. Alles suggeriert mir, dass es an diesem Tag gar nicht mehr um die Liebe geht, sondern einzig und allein darum, dass ich meinem Partner etwas möglichst teures und exklusives schenke bzw. dies versuche mit Schokolade und Blumen aufzuwiegen. Ein ähnlicher Trend, der schon länger bei den Weihnachtsfeiertagen zu erkennen ist.

Dabei stammt der Valentinstag gar nicht, wie oft behauptet, aus den USA – wo dieser vielleicht zu erst so stark kommerzialisiert wurde – sondern aus der Kirche. Als Gedenktag für den Märtyrer Valentin wurde er bereits 469 n.Chr. eingeführt. Allerdings auch 1969 wieder von den generellen kirchlichen Feiertagen gestrichen.

Besinnung auf das Wesentliche

Nun bin ich in meinem Bekanntenkreis zum Glück seit längerem nicht mehr der Einzige der sich mit seinem Partner abspricht, sich zu solch einem Tag nichts besonderes zu schenken (was sich gut trifft, da sie kurze Zeit später auch Geburtstag hat). Lieber versuche ich mich besonders anzustrengen meiner Freundin einen besonderen Tag zu gestalten. Versuchen kann man es ja mal mit Frühstück am Bett oder mit vielen anderen Kleinigkeiten.

Oft ist das der weit aus bessere Weg, als erneut ein Parfüm/Halskette/Schmuck zu schenken. Ist eine persönliche Note dabei, wirkt das Geschenk eh oft schöner. Ärgert sich der/die Freund/Freundin darüber, dass man für Valentinstag keine hunderte von Euro ausgibt, so bleibt Frage offen, ob dies überhaupt der richtige Partner für einen ist.

Bei allem Negativen wünsche ich euch allen trotzdem einen schönen Valentinstag!

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